Der ZGB - Aufgaben im Bereich des Radverkehrs

Der Zweckverband Großraum Braunschweig (ZGB) erfüllt in seinem Verbandsgebiet zwei Aufgabenbereiche:

  • Nach dem niedersächsischen Gesetz über Raumordnung und Landesplanung ist er der Träger der Regionalplanung und Untere Landesplanungsbehörde.

  • Nach dem niedersächsischen Nahverkehrsgesetz ist er Aufgabenträger für den öffentlichen Personennahverkehr auf Schiene (SPNV) und Straße (ÖPNV).

Fahrradverkehr

Im Rahmen der vorangehenden Zuständigkeiten bearbeitet der ZGB auch das Themenfeld "Radverkehr".

Wesentlich verankert ist der "Radverkehr" dabei im Aufgabenfeld "technische Infrastruktur und raumstrukturelle Standortpotenziale. Dieses übergeordnete Aufgabenfeld clustert sich in verschiedene Bereiche.

Im Bereich "Mobilität, Verkehr und Logistik" erfolgt die konkrete Auseinandersetzung mit dem Radverkehr. Hierzu wurden im Raumordnungsprogramm für den Großraum Braunschweig (gültiges Programm: RROP 2008) folgende Aussagen definiert:

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Auszug RROP 2008 - Radverkehr (RROP 2008, IV, 1.5, Seite 24):

(1) Bei der umweltgerechten und intermodalen Mobilitätsbewältigung gewinnt das Radfahren zunehmend an Bedeutung und von daher soll das Radverkehrssystem als fester Bestandteil neben ÖPNV und motorisiertem Individualverkehr in die Verkehrsentwicklungsplanung integriert werden. s. LROP 4.1.2 07

(2 ) 1Das regional und überregional bedeutsame alltagstaugliche Radverkehrs­netz ist als Grundlage einer zukunftsfähigen intermodalen Verkehrsbewälti­gung zu sichern und zu entwickeln. 2Die regional und überregional bedeutsamen Radwanderwege sind in ihren übergeordneten Bezügen als "Vorranggebiet Regional bedeutsamer Wanderweg" mit der Funktion Radfahren in der Zeichnerischen Darstellung festgelegt. s. LROP 4.1.2 07

(3) 1Die vorhandenen Radwege und Radwegenetze sollen weiter ausgebaut und gemäß Satz 2 miteinander verknüpft werden. 2Dabei soll auf eine zügige, weitgehend umwegfreie, verkehrssichere und gefahrlose Wegeführung hingewirkt werden. 3Dieses gilt auch für die Radwege an Bundes-, Landes-, Kreis- und Gemeindestraßen sowie für die Radwanderwege, die Verbindungs- und Vernetzungsfunktionen im Rahmen der metropolitanen Radverkehrsstrategie übernehmen. 4Mit dem weiteren Ausbau der Verkehrsinfrastruktur soll das Regionale Radverkehrskonzept hinsichtlich seiner Qualitätsstandards schrittweise umgesetzt werden. s. LROP 4.1.2 07

(4) 1Die Stationen und Haltestellen des ÖPNV sollen in Radverkehrskonzepten besonders berücksichtigt werden. 2Sie sollen verkehrssicher, gefahrlos und möglichst umwegefrei erreichbar sein. s. LROP 4.1.2 07

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Darüber hinaus hat das Thema "Radverkehr" verschiedene Schnittstellen zu weiteren Themen und Erfordernissen der Regionalplanung:

Mit dem "Radverkehr" eng verbunden sind Frage- und Aufgabenstellungen zum Klimaschutz und der Anpassung an den Klimawandel sowie zu Erholung und Tourismus.

Anknüpfungspunkte sowie Abstimmungsbedarf gibt es natürlich auch zu weiteren Raumnutzungen, wie z.B. der Siedlungsentwicklung oder der Wald-, Forst- und Landwirtschaft.

Ein anderer, ebenfalls bedeutsamer Aspekt ist die Verknüpfung mit dem Nahverkehr.

Einbindung des Fahrrads in Reiseketten
Als Zubringer zum öffentlichen Personennahverkehr ist der Radverkehr ein wichtiger Teil der Reisekette.

Mit der Zielsetzung der besseren Verknüpfung der Verkehrsmittel des Umweltverbundes (Fuß, Fahrrad, ÖPNV) wird zum einen die Mitnahme von Fahrrädern in Bahn und Bus durch die Vorhaltung entsprechender Abstellbereiche/-vorrichtungen immer wichtiger. Zum anderen muss es das Ziel sein, die Anlagen von B+R-Anlagen zu fördern und dabei die Funktionalität und Sicherheit der Fahrradabstellanlagen zu verbessern sowie die Zuwegung für Fahrradfahrer zu optimieren (NVP 2008, C4.2.2, S. 304).

Durch eine ausreichende Anzahl von Abstellmöglichkeiten an Bahnhöfen und wichtigen Bushaltestellen kann die Attraktivität des Umweltverbundes gestärkt werden. Vor allem an den Haltepunkten des SPNV lässt sich der Einzugsbereich durch die Einbindung des Zu- und Abbringers "Fahrrad" vergrößern.

Bike+Ride hat an jeder Zugangsstelle des ÖPNV ein Potenzial. An vielen Stationen gibt es Nachholbedarf an größeren und besser ausgestatteten Abstellanlagen. Ein Ziel im Großraum Braunschweig ist es, einen möglichst einheitlichen Ausstattungsstandard für alle Zugangsstellen gemeinsam mit den Kommunen zu realisieren. Hierzu gehört z.B. die Einrichtung von Überdeckungen, um den Anforderungen an einen ausreichenden Wetterschutz zu genügen.

Nicht nur für E-Bikes wird es in Zukunft wichtig sein, darüber hinaus sichere, abschließbare Abstellplätze anzubringen, sondern auch für das klassische Fahrrad.

Zur Kommunikation und Verwirklichung der vorgenannten Inhalte, basierend auf dem rechtlich fixierten Gedanken der raumordnerischen Zusammenarbeit sowie zur allgemeinen Förderung des Fahrradfahrens hat der ZGB dieses regionale Radportal entwickelt.

Weitere Informationen finden Sie auf den >Seiten des Zweckverbandes